Top-Wetter.de  

Das Top-Wetter.de Wetterlexikon

vorheriger Begriff naechster Begriff

Lawine

Lawinen sind Schnee- und Eismassen, die plötzlich aufgrund eines auslösenden Momentes an Berghängen niedergehen können. Die Ursache ist immer eine kritische Instabilität im Zusammenhalt der Schneedecke.

Die auslösenden Momente können in extrem instabilen Schneedecken spontan auftreten (Selbstauslösung). Ansonsten werden meist externe Auslöser benötigt, wie zum Beispiel Schallwellen, Skifahrer oder sonstige Erschütterungen der Schneedecke.

Man unterscheidet mehrere Lawinenarten:

  • Staublawinen:
  • Staublawinen treten bei Temperaturen unter 0 Grad auf. Es handelt sich dabei um lockeren, trockenen Pulverschnee, der besonders nach intensiven Neuschneefällen in Form von staubwolkenartigen, extrem schnellen Lawinen steile Berghänge hinunterrasen kann. Die große Gefahr bei Staublawinen ist weniger die Schneemasse bzw. das Gewicht der Schnees, sondern vielmehr die auftretenden turbulenten Windströmungen, die durch die Luftverdrängung an der Vorderseite der Staublawine entstehen. Sie können bis zu 400 km/h erreichen und beim Menschen zum Beispiel zum Platzen der Lunge führen. Die Ursachen für die Auslösung von Lockerschneelawinen liegt häufig in einer schlechten Bindung zwischen Alt- und Neuschneedecke oder in unterschiedlichen Temperaturen zwischen Alt- und Neuschnee.
  • Grund- bzw. Nassschneelawinen:
  • Diese Lawinenart reisst durch ihr Gewicht mit sich, was sich ihr in die Quere stellt und nicht extrem gut verankert ist. Es handelt sich um nassen, stark verdichteten Feuchtschnee, der vor allem bei Tauwetter im Hochgebirge meist in unterspülten Rinnen und Mulden vorzugsweise in klassischen Lawinenbahnen abgeht. Auf dem Weg ins Tal reichert sich in der Lawine mitgerissenes Material (Bäume und Felsmaterial) an, das die Lawine noch zerstörerischer macht.
  • Schneebrettlawinen:
  • Schneebrettlawinen sind Lawinen, die entstehen können, wenn sich durch eine zunehmende, ungleichmäßige Verfestigung Spannungen in einer Schneedecke aufgebaut haben, die dann z.B. durch eine mechanische Auslösung spontan mit einem lauten Knall und einem Abgleiten des Schneebrettes ins Tal abgebaut werden. Schneebrettlawinen werden häufig durch Skifahrer ausgelöst, die die Gefahrsituation verkennen. Befindet man sich unterhalb der Abrisskante des Schneebrettes, so wird man mitsamt dem Schneebrett ins Tal gerissen, was meist mit erheblichen Gesundheitsschäden bis hin zum Tod verbunden ist.
  • Eislawinen:
  • treten am Rande von Gletschern auf. Es handelt sich hierbei um Firneis, das vor allem nach längerem Tauwetter spontan abbrechen kann. Durch die hohe Dichte und das Gewicht des Firneises sind Eislawinen ebenfalls sehr zerstörerisch, sofern sich ihnen etwas in den Weg stellt (was aber meist nicht der Fall ist, da die Gefahrenstellen in der Regel gut bekannt sind).

Durch die große Gefahr für den Menschen, die von Lawinen aller Typen ausgeht, hat man versucht, effektive Maßnahmen zum Schutz vor Lawinen zu entwickeln. Beispiele hierfür sind die permamente (auch messtechnische) Beobachtung der Lawinensituation mit Einrichtung eines organisierten Lawinenwarndienstes sowie, falls nötig, eine künstliche, kontrollierte Auslösung potentieller Lawinenherde.

Ausserdem wurden quer zu besonders lawinenanfälligen Hängen sogenannte Lawinengalerien (Querverbauungen) errichtet, die eine durchschnittliche Lawine bei ihrem Abgleiten ins Tal stoppen. Bei besonders großen Neuschneemengen können die Querverbauungen jedoch stark zuschneien und deutlich an Wirksamkeit verlieren. Dann drohen auch Lawinenabgänge bis ins Tal trotz entsprechender Lawinengalerien.

Spontaner Abgang einer mächtigen Staublawine bei Walenstadt in der Schweiz am 7. Februar 2003 Spontaner Abgang einer mächtigen Staublawine bei Walenstadt in der Schweiz am 7. Februar 2003.
Foto © Jack Frehner, Homepage: http://www.pc-lehrer.ch, mit freundlicher Genehmigung


vorheriger Begriff naechster Begriff
Google

Lexikon

Übersicht

Anfangsbuchstaben
A B C D E F
G H I J K L
M N O P Q R
S T U V W X
Y Z  


Begriffsauswahl L

Labilität
Labilitätsindex
lacunosus
laminar
Landebahnsicht
Landregen
Land- und Seewindzirkulation
Langfristprognosen
Langley
Langwellige Strahlung
Latente Wärme
Lawinen
Lee
Leetief
Leewellen
lenticularis
Leuchtende Nachtwolken
Leveche
Lichtsäule
Lidar
Linienblitz
Lithometeore
logarithmisches Windprofil
Lokalwinde
Low Index Wetterlage
Luft
Luftdichte
Luftdruck
Luftdruckänderung
Luftdruckgradient
Luftdruckreduktion
Luftfeuchte
Luftmasse
Luftmassengewitter
Luftmassengrenze
Luftmassen- transformation
Luftpaket
Luftschicht
Luftspiegelung
Lumen
Luv
Lux